Workshops

Pre-Conference Workshop 1

15:00 bis 16:45 Uhr in Raum 001

K2teach – "Hanna, Felix und Baran": Fallbasiertes Lernen in der Pädagogischen Diagnostik im Lehramtsstudium

In der Lehramtsausbildung ist fallbasiertes Lernen mittlerweile eine etablierte Methode, um eine schrittweise Praxisannäherung zu ermöglichen und gleichzeitig die Komplexität der Lernsituationen gezielt zu steuern. Im Projekt K2Teach, das an der FU Berlin im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrkräftebildung durchgeführt wurde, wurden verschiedene fallbasierte Lerngelegenheiten entwickelt, um die Handlungskompetenzen angehender Lehrkräfte im Bereich pädagogischer Diagnostik bereits im Studium zu stärken. Die Studierenden sollen Fähigkeiten erwerben, die sie zur Feststellung von domänenspezifischen oder –übergreifenden Lernbesonderheiten, Ableitung von möglichen Förderempfehlungen und Kommunikation beider Aspekte im Rahmen von Elterngesprächen benötigen. Im Rahmen des Workshops werden ausgewählte Lerngelegenheiten vorgestellt und Evaluationsergebnisse präsentiert. Außerdem erhalten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, fallbasiertes Lernen in Gruppenarbeit praktisch zu erproben.

Referentin: Univ.-Prof. Dr. Annette Kinder und Dr. Jacqueline Wißmann von der Freien Universität Berlin

Pre-Conference Workshop 2

15:00 bis 16:45 Uhr in Raum 011

Entwicklungsorientierte Prävention und Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen im Schulkontext am Beispiel von zwei universell-selektiven Präventionsprogrammen

Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages in der Schule, sodass diese neben dem Elternhaus und weiteren Betreuungsangeboten eine wichtige Sozialisationsinstanz darstellt, um durch Maßnahmen des sozial-emotionalen Lernens die Entwicklung von kognitiven, lernrelevanten und interpersonalen sozialen sowie emotionalen Kompetenzen zu unterstützen und die Entwicklung von intra- und interpersonalen Fertigkeiten zu fördern. Programme, basierend auf der entwicklungsorientierten Prävention, fundieren auf empirisch und theoretisch abgeleiteten Modellen normaler und abnormer Entwicklungsverläufe sowie auf Erkenntnissen zu altersspezifischen Risiko- und Schutzfaktoren. Dabei zielen entwicklungsorientierte Methoden auf eine optimale Entwicklung der Schüler*innen ab, indem die Stärken der Kinder gezielt genutzt und durch spielbasiertes Lernen Engagement, Selbstregulation, soziale Kompetenzen und Freude am Lernen gefördert werden.

Papilio-6bis9: ein Programm zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und Prävention von emotionalen und Verhaltensproblemen in der Grundschule

Besonders der Übergang von der Kindertagesstätte, einem eher informellen spielerischen Setting, in die Grundschule, einem Setting mit strukturierteren akademischen Anforderungen, gilt als zentraler Entwicklungsübergang und wird von vielen Kindern als Herausforderung erlebt. Besonders Kinder mit mangelnden sozial-emotionalen Kompetenzen können ein erhöhtes Risiko für emotionale und Verhaltensprobleme und in weiterer Folge negative Entwicklungsverläufe aufweisen (Faust et al., 2012), sodass die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen einen wichtigen Schutzfaktor darstellt (Scheithauer et al., 2022). Das entwicklungsorientierte Präventionsprogramm Papilio-6bis9 (Lechner et al., 2020) soll Schüler*innen der ersten und zweiten Jahrgangsstufe diesen Übergang erleichtern und durch die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen das Risiko für emotionale und Verhaltensprobleme reduzieren.

Fairplayer.Manual – Klasse 5-6: ein Programm zur Förderung sozialer Kompetenzen und Prävention von Bullying und Schulgewalt

Das Programm Fairplayer.Manual – Klasse 5-6 (Braun et al., 2019) basiert auf dem Fairplayer.Manual für weiterführende Schulen (Scheithauer et al., 2019), einem evaluierten Präventionsprogramm zur Vorbeugung gegen Schulgewalt und Mobbing sowie zur Förderung von sozialen Kompetenzen und Zivilcourage. Das Fairplayer.Manual zielt durch den Einsatz verschiedener interaktiver Lernformen (z.B. Rollenspiele) darauf ab, regelmäßig die Perspektivenübernahme und Empathie zu fördern und die sozialen Normen im Schul- und Klassenumfeld so zu verändert, dass negative Verhaltensweisen, wie Mobbing und Schulgewalt, unter allen Beteiligten an Bedeutung verlieren, wohingegen positive Verhaltensweisen, wie prosoziales Verhalten und zivilcouragiertes Verhalten in der Schule, an Einfluss gewinnen.

Referentin: Dr. Viola Lechner, Arbeitsbereich Entwicklungswissenschaft und Angewandte Entwicklungspsychologie, Freie Universität Berlin